DDR Backbuch – Das Original

 

DDR_Backbuch

 

 

 

 

Komet-Verlag

gebunden
224 Seiten, Format 12 x 15 cm
ISBN 978-3-86941-475-1
3,99 Euro

 

 

 

 

Zuerst gibt es einen Einblick „hinter die Mauer“ unter der Überschrift „Am sozialistischen Backherd“. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es vor 25 Jahren anfing, dass die Grenze zwischen Ost und West bröckelte und dann endlich einstürzte.

Beim Lesen über die Lebensmittel wie Kaffee, Bananen oder Salzwedeler Baumkuchen erinnere ich mich an die weihnachtlichen Päckchen, die zwischen Ost und West verschickt wurden. Bei uns stand Weihnachten immer ein Baumkuchen auf der Kaffeetafel, den wir von „drüben“ beschickt bekamen. Dieses Gebäck hatte aber meistens eine weiße Ummantelung, die mir noch als extrem süß in Erinnerung ist, aber der Kuchen darunter war sehr lecker.

Wie man selbst Baumkuchen herstellen kann, wird auf Seite 34 anhand der „Baumkuchenstreifen“ erklärt.

Ich habe mich daran gewagt und das Endergebnis mit Schokolade als Überzug ist wirklich lecker, aber die Zubereitung erfordert doch etwas Geschick:

Ich habe den fertigen Teig nicht nur längs in je vier Teile geteilt, sondern diese in der Blechmitte noch einmal halbiert. So war das Übereinanderstapeln einfacher und außerdem hatte ich nicht so ein großes Holzbrett zum Beschweren.

Der Aufwand lohnt sich aber und wer Kinder davon naschen lassen möchte, der verzichtet einfach auf den Alkohol und nimmt etwas Orangensaft wegen der Feuchtigkeit des Kuchens.

Da es ja jetzt Äpfel, Birnen und auch Pflaumen reichlich im Angebot gibt, wurde ich auf das Rezept „Kleine Obstrollen“ aufmerksam. Dort befüllt man mit diesem Obst einen Strudelteig (Wer noch nie einen zubereitet hat, der bekommt auf Seite 158 in 16 Arbeitsschritten in Schrift und Bild genau erklärt wie man das macht). Mit ein wenig Fingerspitzengefühl bekommt man diesen Teig schön dünn ausgezogen (zwar musste ich ein, zwei Löcher wieder flicken, aber das merkt man beim Essen hinterher nicht mehr).

Das einzige was ich noch zusätzlich zu diesen Obstrollen serviert habe, war ein dicker Klecks Sahne. Mmmh lecker!

Wer Strudelteig mal herzhaft füllen möchte, der sollte wie ich den „Krautstrudel“ von Seite 167 ausprobieren, wo Sauerkraut, Speck und Äpfel die Füllung bilden und das Rezept eine reichhaltige Variante für den Mittagstisch ist.

Neben Rühr-, Mürbe-, Hefe-, Brand-, Strudel- oder Blätterteigrezepten findet man Biskuit und andere köstliche Klassiker hier in vielen Rezeptvorschlägen. Und wie bereits beim Strudelteig erwähnt, werden auch alle anderen Teigvariationen einmal in Schritt-für-Schritt-Anleitungen vorgestellt, was wirklich sehr hilfreich ist.

Fazit: Klein, handlich und preiswert ist das „DDR Backbuch – Das Original“, aber das Innenleben ist umfangreich, interessant und empfehlenswert.

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